Pressemitteilung

WESTNETZ FÄHRT KUNDENKONTAKTE WIEDER HOCH

ENERGATE-INTERVIEW

WESTNETZ FÄHRT KUNDENKONTAKTE WIEDER HOCH

Essen (energate) – Die Netzbetreiber sind bislang von größeren Problemen durch die Coronakrise verschont geblieben. Diese Einschätzung traf Stefan Küppers, Vorsitzender des Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE/FNN) und Geschäftsführer des Verteilnetzbetreiber Westnetz, im Interview mit energate. Die Netzbetreiber seien gut auf die Coronakrise vorbereitet gewesen, da Krisenmanagement zu den Routineaufgaben der Netzbetreiber gehörten. So führe Westnetz zweimal im Jahr eine Krisenübung durch, erst im Februar eine zum Thema “Pandemie”.

Mittlerweile normalisiere sich der Betrieb bei Westnetz wieder. So hatte das Unternehmen Mitte März alle geplanten Kundenkontakte wegen des Infektionsrisiko gestoppt, nachdem ein Mitarbeiter mit Kundenkontakt im Umkreis von Heinsberg an Covid-19 erkrankt war. Nun kehre Westnetz unter Einhaltung von Hygienebestimmungen wieder zu Routineaufgaben in diesem Bereich zurück, erklärte Küppers: “Seit Montag, dem 20. April, fahren wir die geplanten Kundenkontakte wie etwa Zählerwechsel wieder hoch.” Um das Infektionsrisiko einzudämmen, würden die Kunden telefonisch vorab kontaktiert. Sei ein Kunde infiziert oder könne ein Mitarbeiter aus irgendwelchen Gründen die Abstandsregelungen nicht einhalten, benutzten sie eine Schutzmaske.

Bis zu 330 Mitarbeiter in Quarantäne

In der Spitze seien von den 5.800 Mitarbeitern zeitweilig bis zu 330 in Quarantäne gewesen, führte Küppers weiter aus. Es seien aber nur wenige Personen aus den Leitstellen oder dem Netzbetrieb betroffen gewesen. Die meisten der Mitarbeiter in Quarantäne hätten vom Homeoffice aus weitergearbeitet. “Die hohe Zahl ist darin begründet, dass wir nach dem Auftreten der ersten Fälle in unserer Belegschaft sehr restriktiv waren”, betonte Küppers. “So haben wir alle Mitarbeiter, die im Urlaub waren, vorsorglich für 14 Tage in Quarantäne geschickt – und zwar unabhängig von den Urlaubsgebieten. ”

Auswirkungen auf Einnahmen noch ungewiss

Inwieweit sich geringere Energiemengen negativ auf die Erlössituation der Netzbetreiber auswirken wird, lässt sich nach Einschätzung von Küppers derzeit noch nicht absehen. So seien die Rückgänge beim Gas temperatur- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorjahr nur gering. Der Stromverbrauch sei hingegen vor Ostern um fünf Prozent gesunken.  /sd